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Rasenäcker Heilbronn-Böckingen e.V.

Am 19.Juni 1948 wurde in einer Gründungsversammlung der Kleingärtnerverein Heilbronn-Böckingen ins Leben gerufen. Die Gartenanlage befand sich entlang der Bahnlinie Heilbronn-Stuttgart (heute Brackenheimer Strasse). Zum ersten Vorsitzenden wurde Gartenfreund Adolf Friedle gewählt. Leider wurde dieser schon 1952 unerwartet in die Ewigkeit abberufen. Nachfolger wurde Gartenfreund Eugen Reik. Unter seiner Leitung wurde das Vereinsheim (heute Gartenlaube) errichtet. Eine Musikkapelle, Sängergruppe und Schreberjugend, eine Frauengruppe unter Leitung von Frieda Steiner, waren Zeichen der Weiterentwicklung. Der Verein konnte die stolze Zahl von 300 Mitgliedern aufweisen. Nach über 13-jähriger Vereinsführung stellte Eugen Reik sein Amt zur Verfügung. 1965 wurde Hermann Nothacker zum ersten Vorsitzenden gewählt, musste aber dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen 1968 an Gartenfreund Kurt Sommer übergeben. 1971 zeigte sich eine große Führungskrise an. Kurt Sommer musste aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Erster Vorsitzender wurde Richard Geiger. 1972 übernahm Erika Schönleber die Leitung der Frauengruppe. 1975 wurde Gartenfreund Fritz Gerhäußer zum ersten Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit mussten 1980/81 die Böckinger Gartenfreunde den Neckarplänen weichen und es begann das Aussiedeln in die Rasenäcker. Die Presse berichtete: “Sie fühlten sich wie die ersten Auswanderer im mittleren Westen Amerikas, die sich in der Wildnis um Zivilisation bemühten.”

Doch die Mannen der Böckinger Gartenfreunde störte das nicht, sie blickten nur in die Zukunft. Diese lag tatsächlich im Westen am Rande der Haseltersiedlung,um endgültig Besitz zu nehmen von ihrem neuen Kleingärtnerreich, das sich in wenigen Jahren als Musteranlage präsentieren soll. Die Stadt Heilbronn investierte in die neue Anlage etwa 1,5 Millionen Mark für Landschaftsbau und Zaunarbeiten. Die einzelnen 3-Ar-Parzellen wurden ans städtische Wassernetz angeschlossen. Per Lastzug kamen die Fertigbetonteile für die Häuschen, welche den Kleingärtner 4450,-DM kosteten. Für das Fundament und Aufstellen hatten die Pächter mehrere Stunden Arbeit als Vorleistung zu investieren. Für die Errichtung des Vereinsheimes wurde ein Platz reserviert,  das alte Heim, “eine ehemalige RAD-Baracke”, konnte nicht mehr versetzt werden und steht heute noch auf der Viehweide, bekannt als “Gartenlaube”. Im November 1981 waren 69 Häuschen errichtet. Es fand ein kleines Richtfest statt.Nun gingen die Pächter an die Pflanzung von Bäumen, Sträuchern und anderem, wobei die Gartenfachberater Josef Determann und Manfred Pohl beratend zur Seite standen.

Am 27.August 1983 wurde die Gartenanlage Rasenäcker von der Stadt Heilbronn offiziell an die Gartenfreunde übergeben. Der damalige Erste Bürgermeister Dr.Manfred Weinmann betonte in seiner Ansprache, dass die 2 Millionen gut angelegt sind. Schon 1984 wurde die Gartenanlage beim Wettbewerb des Landesverbandes Baden-Württemberg mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde die amtliche Schätzung des in der Brackenheimer Strasse zu räumenden Geländes, über die sachlichen und pflanzlichen Werte durchgeführt.

Im März 1985 wurde Gartenfreund Horst Buick für den scheidenden Fritz Gerhäußer zum ersten Vorsitzenden gewählt.In seiner Antrittsrede verwies H.Buick auf die Dringlichkeit für den ersten Bauabschnitt des neuen Vereinsheimes mit entsprechenden WC-Anlagen, zumal diese in der gesamten Anlage nicht vorhanden waren.

Schon am 5.Mai 1985 setzten die Rasenäcker Gartenfreunde den ersten Spatenstich für das neue Vereinsheim an.Was da symbolisch begonnen wurde, hatte in der nachfolgenden Woche mit dem Erdaushub durch das 237th Engineer Bat. der US-Streitkräfte mit schwerem Gerät seine Fortführung, und dies alles nur gegen Spesen. Mit Kaffee, Kuchen, Essen und Gertränken wurden die Soldaten von den Gartenfreunden versorgt. Die Planung für das Vereinsheim unter Bauleiter Uli Thomas war 1983 abgeschlossen, nicht aber die Finanzierung!! Dies änderte sich, als der Gemeinderat der Stadt Heilbronn im Juni 1985 einen Zuschuss bewilligte. Dieser hätte zwar nicht ausgereicht hätten die Gartenfreunde nicht selber Hand angelegt. Rund 4000 Arbeitstunden investierten sie in ihr neues Heim. Der erste Bauabschnitt umfasste die sanitären Anlagen und den Versammlungsraum im Keller (ohne das Dach).Dieser Bauabschnitt wurde am 20 Oktober 1985 eingeweiht.

Für den zweiten Bauabschnitt, den Innenausbau und die Ausstattung der Sanitärzellen sowie das Dach war kein Geld da, dennoch bauten die Gartenfreunde mit Eigenleistungen weiter. Die Bauleitung hatte in der Zwischenzeit, trotz hohen Alters und Krankheit Richard Geiger übernommen. Am 11.Oktober 1986 konnte das Richtfest gefeiert werden, zumal von der Stadt Heilbronn ein weiterer Zuschuss zugeteilt wurde.

1987 wurde eine Seniorengruppe unter der Leitung von Herta Buick gegründet.Die Jugendgruppe leiteten Erika und Gerhard Friedle.Adele Markhof übernahm die Frauengruppe.

Am 25. und 26.Juni 1988 wurde das 40-jährige Bestehen der Gartenfreunde Böckingen in der Rasenäckeranlage würdig gefeiert. Pfarrer Hans Dieter Bechstein von der Beschützenden Werkstätte Heilbronn bedankte sich für die freundschaftlichen Beziehungen, welche seit 4 Jahren bestand und für die zwei Behindertengärten die Gartenfreunde aufgebaut haben. Der Landesverbandspräsident Wilhelm Göltenboth war der Meinung, das die Rasenäckeranlage eine der schönsten im Ländle sei.Nahezu 2000 Besucher fanden an diesem Wochenende den Weg zur Gartenanlage.

Unter der Leitung von Herta Buick wurden 1990 die Frauen-und Seniorengruppe zusammengelegt.Im Juni 1990 wurde zu Ehren von Herrn OB Dr. Manfred Weinmann am “Tag des Gartens” eine Linde gepflanzt. In Eigeninitiative stellten die Gartenfreunde neben dem Vereinsheim jetzt auch die Anlage der behindertengerechten Toiletten fertig. Im Oktober 1990 konnten die Gartenfreunde Böckingen im Wettbewerb “die umweltfreundliche Kleingartenanlage” des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg einen ersten Preis in der Liederhalle Stuttgart entgegennehmen.

Am 10.Oktober 1990 erfolgte die feierliche Einweihung des Vereinsheimes. Oberbürgermeister Dr. Weinmann sprach lobende Worte.Für die Gartenfreunde ging ein Traum in Erfüllung, in den sie in den vergangenen Jahren 10000 Arbeitsstunden investiert hatten.Im Dezember 1990 wurde bei der Winterfeier im Böckinger Bürgerhaus Richard Geiger zum Ehrenmitglied ernannt.

Bei der Jahreshauptversammlung im März 1991 wurde einstimmig beschlossen, den Vereinsnamen”GARTENFREUNDE RASENÄCKER HEILBRONN-BÖCKINGEN E.V. zu führen. Im gleichen Jahr wurde das Vereinsmitteilungsblatt “Der Rasenäckerbote” erstmals gedruckt.

Jährlich werden in zwei Ausgaben die Gartenfreunde über das Vereinsgeschehen informiert.

Am 26 Oktober wurde Gartenfreund F.Gerhäußer für “Naturnahes Gärtnern” ein 3.Preis vom Landesverband Baden-Württemberg  zuerkannt.

1993 wurden die langjährigen Mitglieder Hermann Schönleber, Erich Böttiger und Dr. Lutz zu Ehrenmittgliedern ernannt.Für die gute Zusammenarbeit mit der Beschützenden Werkstätte wurde zu Ehren von Pfarrer Bechstein ein Ahornbaum in der Gartenanlage gepflanzt.

Am 30.Oktober1993 konnten die Rasenäcker Gartenfreunde beim Landesgartenwettbewerb einen Sonderpreis erhalten. Im gleichen Jahr hatten die Gartenfreunde”Sonnenleite”aus Annaberg-Buchholz und die Rasenäcker Heilbronn-Böckingen den einstimmigen Beschluss gefasst, eine Partnerschaft einzugehen. So kamen 30 Gartenfreunde aus dem Erzgebirge am 29.April 1994 zu einem Besuch nach Heilbronn. Am 7.Oktober wurde die Partnerschaft in Anwesenheit zahlreicher Gartenfreunde beider Vereine im großen Ratssaal der Stadt Heilbronn im Beisein von Bürgermeister Rainer Casse und dem Ehrenpräsidenten des Landesverbandes Baden-Württemberg, Willhelm Göltenboth, feierlich besiegelt. Die Gartenfreunde aus Annaberg-Buchholz pflanzten in der Rasenäckeranlage zur Erinnerung an diesen Tag einen Vogelbeerbaum.Gemeinsam besuchte man das Salzbergwerk in Kochendorf sowie einen Gottesdienst bei der Beschützenden Werkstätte. Im gleichen Jahr begann die Erstellung eines Mehrzweckhauses in der Gartenanlage,  für dessen Planung Ehrenvorsitzender Richard Geiger verantwortlich war.1996 wurde die Jugendgruppe in zwei Gruppen aufgeteilt.Gruppe 1 leitete Jürgen Friedle,Gruppe 2 Waldemar Felsing.

Der 22.und 23.Juni 1996 ist als weiterer Markstein in den Annalen der Gartenfreunde Rasenäcker zu verzeichnen. So wurde zum Einen bei einem unterhaltsamen,ungezwungenen Festakt die erste Vereinfahne enthüllt,zum Anderen das Mehrzweckhaus offiziell eingeweiht.

“Möge diese Fahne den Verein bis ins nächste Jahrtausend in Frieden und Freiheit begleiten” war der Wunsch von Pfarrer Dieter Bechstein bei der Fahnenweihe.

Nach einem Entwurf von Gartenfreund Günter Böhm wurde diese Fahne in Annaberg-Buchholz angefertigt. Dieser Feier waren auch Gartenfreunde von der “Sonnenleite aus Annaberg-Buchholz zugegen, deren Vorsitzender Reinhard Schicker den Gartenfreunden “Rasenäcker” eine Fahnenschleife überreichte. Bezirksvorsitzender der Gartenfreunde Heilbronn, Günter Runge, zollte in seiner Ansprache den Gartenfreunden Rasenäcker Respekt und hielt fest: “Der Verein vollbringt kleine Wunder”.

Am 5.Oktober 1996 konnte Horst Buick aus den Händen von Landesverbandspräsident Hans Heinzmann im Böblinger Kongresszentrum anlässlich des Wettbewerbes “Die umweltfreundliche Gartenanlage” des Landesverbandes Baden-Württemberg einen Sonderpreis sowie den Willi-Reich-Gedächnispreis entgegennehmen.

Bei der Winterfeier 1996 wurden die Gartenfreunde Arthur Neumeister und Andreas Schwarzmüller zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Im gesamten Zeitraum dieser 50 JAHRE kam das kulturelle Leben bei den Gartenfreunden Rasenäcker nicht zu kurz. So wurden Erntedank-, Rettich- und Sommerfeste, Tag des Gartens, Winterfeiern, Fasching, viele Treffen der Frauen- und Seniorengruppe mit Wanderungen, Malen, Basteln und Vorträgen durchgeführt. Auch die Jugend-, Musik-, Sport- und Sängergruppen waren nicht müßig, bei vielen Veranstaltungen war ihr Mitwirken von Erfolg. Kurse für Fachberater brachten bei den Gartenfreunden Rasenäcker große Resonanz.

Diese Chronik wurde nach schriftlichen Unterlagen und Presseberichten sowie aus der Chronik des 20.und 30.Jubiläumjahres zusammengestellt.

MANFRED KUCH